Freitag, 26. Oktober 2012

Nachbetrachtung


Wenn ich mir meine nur etwas kurze "Via Coloniensis" rückblickend betrachte, dann sind "zwei Seelen ach in meiner Brust"! Zum einen bin ich in der Zwischenzeit ein wenig wehmütig, weil ich abgebrochen habe, andererseits habe ich doch wieder ein paar Erfahrungen gemacht und vieles Schönes gesehen.

Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass es für mich das Beste war aufzuhören, weil es mir einfach zu einsam war, obwohl ich mit Sicherheit weiter gemacht hätte, wenn ich ein richtiges Ziel vor Augen gehabt hätte. Hier war es eigentlich aber "nur" Trier, eine Zwischenetappe auf dem Jakobsweg - für mich nicht wirklich so sehr erstrebenswert. Irgendwie war es merkwürdig, dass viele Menschen, die mir begegneten irgendwie einen Schreck bekamen, wenn man sie grüßte (ist das eine typische Eigenart der Deutschen?). Manchmal konnte ich jemandem, dem ich begegnete (meistens Hundehaltern) ein kurzes Gespräch "aufdrängen", das aber meistens schnell erschöpft war. In Frankreich und Spanien waren Leute, denen ich begegnete viel offener und manchmal auch neugieriger, das hat mir in der Eifel doch ein wenig gefehlt.

Auf der anderen Seite war es - zumindest an den letzten drei Tagen - eine wunderschöne Strecke, die landschaftlich und auch historisch so einiges zu bieten hatte. Vielleicht lässt sich in einem der nächsten Jahre das Reststück mit Begleitung umsetzen. 

Ich habe festgestellt, dass ich trotz meiner etwas lädierten Hüfte Tagesmärsche von durchschnittlich 25 km durchaus schaffen kann. Schmerzen hatte ich eigentlich nur nachts, was sich aber ertragen ließ. Diese Erfahrung bestärkt mich darin, mein bisher etwas vage geplantes Vorhaben für das nächste Jahr umzusetzen: 

Da möchte ich nun tatsächlich im September den Camino del Norte von San Sebastian nach Santiago de Compostela an der Nordküste Spaniens gehen. Ich weiß zwar, dass das eine Herausforderung sein wird, aber der Reiz liegt für mich darin, dass das zum einen einer der ältesten Pilgerwege ist, dass er landschaftlich unheimlich reizvoll ist und dass auch nicht die Massen an Pilgern diesen Weg gehen, wie auf dem Camino Frances, aber immerhin so viele, dass man immer mal wieder Mitpilger trifft, mit denen man auch mal "ratschen" kann. Wenn jemand Lust hat, mit mir gemeinsam den Weg zu gehen, kann es sich gerne bei mit melden (info99(at)hanschoen.de)!


Pilgerstempel meiner "kurzen" Via Coloniensis









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